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I’m Thinking of Ending Things

Eine junge Frau fährt mit ihrem Freund aufs Land, um seine Eltern kennenzulernen – doch schon während der Fahrt schleicht sich ein Gedanke in ihr Bewusstsein: Vielleicht sollte sie Schluss machen. Aus dieser scheinbar einfachen Situation entwickelt Charlie Kaufman ein hypnotisches, verstörendes Filmexperiment über Beziehungen, Erinnerungen und die Fragilität der eigenen Identität.

Jessie Buckley in Im Thinking Of Ending Things (Quelle: Mary Cybulski/NETFLIX © 2020)

Genre: Psychologisches Drama, Thriller, Mystery
Für Fans von: Vergiss mein nicht!, Mulholland Drive, Anomalisa

Awards: Boston Society of Film Critics Award für Bestes Drehbuch sowie mehrere Nominierungen bei Awards wie Chicago Film Critics Association oder London Critics’ Circle Film (u. a. für Jessie Buckley und Toni Collette)


I’m Thinking of Ending Things (2020)

Worum geht’s? Eine junge Frau sitzt im Auto ihres Freundes Jake. Draußen zieht ein Schneesturm über die Landschaft, während die beiden durch die winterliche Provinz fahren. Ziel der Reise ist die abgelegene Farm von Jakes Eltern – ein Abendessen, bei dem sie einander endlich kennenlernen sollen. Doch schon auf dem Weg dorthin wirkt etwas seltsam: Die Beziehung zwischen den beiden scheint unsicher, fast fragil, und in den Gedanken der Frau taucht immer wieder derselbe Satz auf – „Ich denke darüber nach, Schluss zu machen.“

Während der langen Autofahrt entwickelt sich ein intensiver Dialog über Literatur, Filme, Kunst und das Leben. Die Gespräche wirken gleichzeitig intim und merkwürdig distanziert, als würden beide Figuren mehr über sich selbst sprechen als miteinander. Der Gedanke an eine Trennung begleitet die junge Frau dabei wie ein innerer Monolog – ein Gedanke, der sich immer stärker in ihr Bewusstsein drängt.

Auf der Farm angekommen, nimmt der Abend eine zunehmend verstörende Wendung. Jakes Eltern begrüßen die Besucherin freundlich, doch ihr Verhalten wirkt unberechenbar. Stimmungen kippen abrupt, Gespräche verlieren ihren logischen Faden, und die Zeit scheint auf eigentümliche Weise zu verrutschen. Figuren wirken plötzlich älter oder jünger, Erinnerungen erscheinen widersprüchlich und kleine Details beginnen eine unheimliche Wirkung zu entfalten.

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Bekannte Gesichter: Jessie Buckley (Frau im Dunkeln, Men – Was dich sucht, wird dich finden, Fargo), Jesse Plemons (Breaking Bad, Bugonia, Fargo), Toni Collette (Hereditary, Knives Out – Mord ist Familiensache, Wanderlust), David Thewlis (Harry Potter-Reihe, Wonder Woman, Sandman)

Highlight: Kaufman entwickelt ein filmisches Puzzle über Einsamkeit, Selbstzweifel und die Angst vor einem Leben, das nicht so verlaufen ist, wie man es sich einst erträumt hatte. Der Film bewegt sich dabei ständig zwischen Realität, Fantasie und Erinnerung – und lässt bewusst offen, wo die Grenzen zwischen diesen Ebenen verlaufen.

Schon gewusst? Kaufman ist bekannt für ungewöhnliche Drehbücher, die Realität und Vorstellung miteinander verschmelzen. Für „Vergiss mein nicht!“ gewann er 2005 den Oscar für das beste Originaldrehbuch – ein Stil, der sich auch in „I’m Thinking of Ending Things“ wiederfindet. Die Bildsprache des Films ist ebenfalls ungewöhnlich: Kameramann Łukasz Żal drehte große Teile im nahezu quadratischen Bildformat 1,33:1. Dadurch entsteht eine visuelle Enge, die die klaustrophobische Stimmung der Geschichte zusätzlich verstärkt.


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