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Wenn das Grauen aus der Kanalisation kommt: Die neue „ES“-Saga im Überblick

In Derry hat das Böse einen Namen – und ein diabolisches Lächeln. Was als Geschichte über Freundschaft und Erwachsenwerden beginnt, wächst zu einem epischen Duell mit einer uralten Macht heran, die alle 27 Jahre zurückkehrt.

Bill Skarsgård in ES: Welcome to Derry (Quelle: Brooke Palmer/HBO)

Ein tanzender Clown, rote Luftballons und eine Kleinstadt, die ihre dunklen Geheimnisse nicht loswird – kaum eine Horrorfigur ist so tief ins Popkultur-Gedächtnis eingebrannt wie Pennywise. Die Neuverfilmungen von Stephen Kings „Es“ haben das Grauen modernisiert, intensiviert und um eine neue Generation erweitert. Mit „Es“ (2017) und „Es: Kapitel 2“ (2019) entstand ein zweiteiliges Epos über Freundschaft, Grauen und verdrängte Traumata. 2025 kehrt das Grauen mit der Serie „ES: Welcome to Derry“ zurück – und blickt noch weiter in die Vergangenheit der verfluchten Stadt.

Stephen Kings Roman von 1986 gilt als einer der großen Meilensteine des Horrorgenres. Die jüngsten Verfilmungen unter der Regie von Andy Muschietti setzen stärker auf atmosphärischen Horror und Coming-of-Age-Elemente als die TV-Version von 1990 – und machten Pennywise erneut zur Albtraumfigur einer ganzen Generation. Die neue Serie knüpft an dieses Filmuniversum an und vertieft die Mythologie rund um Derry, Maine.


ES (2017)

„Du wirst auch schweben.“

Worum geht’s? Derry, Ende der 1980er-Jahre: Immer wieder verschwinden Kinder spurlos. Als der kleine Georgie unter mysteriösen Umständen verschwindet, beginnt sein Bruder Bill gemeinsam mit einer Gruppe Außenseiter, dem sogenannten „Losers’ Club“, Nachforschungen anzustellen. Schnell wird klar, dass hinter den Ereignissen mehr steckt als ein gewöhnliches Verbrechen.

Die Jugendlichen – jeder von ihnen mit eigenen Ängsten und familiären Problemen konfrontiert – geraten in Kontakt mit einer uralten, bösartigen Entität, die sich bevorzugt in Gestalt des Clowns Pennywise zeigt. Doch das Wesen nimmt jeweils die Form dessen an, wovor sich sein Opfer am meisten fürchtet. Der Film verbindet übernatürlichen Horror mit einer sensiblen Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt und das Erwachsenwerden in einer Welt, in der Erwachsene oft hilflos oder blind erscheinen.

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Bekannte Gesichter: Bill Skarsgård (Nosferatu – Der Untote, The Crow, Barbarian), Jaeden Martell (Knives Out – Mord ist Familiensache, The Book of Henry, Masters of Sex), Finn Wolfhard (Stranger Things, Ghostbusters, When You Finish Saving the World), Sophia Lillis (Sharp Objects, Asteroid City, Gretel & Hänsel), Jack Dylan Grazer (Shazam!, Beautiful Boy, We Are Who We Are)

Geeignet für Fans von atmosphärischem Coming-of-Age-Horror wie „Stranger Things“ oder „Stand by Me“ mit deutlich düsterer Note.

Nicht geeignet für Zuschauer, die explizite Schockmomente und intensive Gruselszenen meiden möchten.

Highlight: Die große Stärke des Films liegt in der Balance zwischen Nostalgie und Horror. Die Dynamik innerhalb des „Losers’ Club“ verleiht der Geschichte emotionale Tiefe, während Bill Skarsgårds Interpretation von Pennywise zwischen kindlicher Verspieltheit und abgründiger Grausamkeit changiert. Seine Mimik, die unnatürlich wirkenden Bewegungen und das diabolische Lächeln machen den Clown zur modernen Horrorikone.

Schon gewusst? Es (2017) entwickelte sich zum bis dahin erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten – ein Beleg dafür, wie zeitlos Stephen Kings Geschichte ist.


ES: Kapitel 2 (2019)

„Manche Narben verschwinden nie.“

Worum geht’s? 27 Jahre sind vergangen. Die Mitglieder des „Losers’ Club“ haben Derry verlassen, ihre Kindheitstraumata verdrängt und scheinbar normale Leben aufgebaut. Doch als erneut Kinder verschwinden, ruft Mike, der Einzige, der in Derry geblieben ist, seine alten Freunde zurück.

Die Rückkehr in die Heimatstadt zwingt die inzwischen Erwachsenen, sich nicht nur Pennywise, sondern auch ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen. Der Film verschränkt Gegenwart und Rückblenden, zeigt, wie tief die damaligen Ereignisse in die Biografien der Figuren eingegriffen haben und steigert den Horror ins Epische. Es geht weniger um den ersten Schock, sondern um die Konfrontation mit verdrängten Ängsten – und die Frage, ob Freundschaften auch Jahrzehnte später noch tragen.

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Bekannte Gesichter: Neben Bill Skarsgård auch Jessica Chastain (Zero Dark Thirty, Interstellar, The Help), James McAvoy (Sandman, His Dark Materials, Abbitte), Bill Hader (Barry, Noelle, Beau Is Afraid), Isaiah Mustafa (Shadowhunters, Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast, Alex Cross), Jay Ryan (Top of the Lake, Beauty and the Beast, North of North)

Geeignet für Fans von düsteren Horror-Dramen mit psychologischem Unterbau und epischer Inszenierung.

Nicht geeignet für Zuschauer, die eine straffe, rein schockorientierte Gruselgeschichte erwarten – der Film nimmt sich Zeit für die Charakterentwicklung.

Highlight: Die erwachsene Besetzung spiegelt die jüngeren Figuren erstaunlich präzise wider. Besonders James McAvoy und Bill Hader verleihen ihren Rollen emotionale Vielschichtigkeit. Visuell setzt der Film auf opulente, teils surreale Horrorbilder, die den kosmischen Aspekt der Geschichte stärker betonen als der erste Teil.

Schon gewusst? Wie im Roman beträgt der Abstand zwischen Kindheit und Wiedersehen exakt 27 Jahre – eine Zahl, die im „Es“-Mythos eine zentrale Rolle spielt.


ES: Welcome to Derry (2025)

„Jede Stadt hat ihre Geschichte. Diese beginnt im Dunkeln.“

Worum geht’s? Mit „Welcome to Derry“ wird die Chronik des Grauens erweitert. Die Serie dient als Prequel zu den Filmen und beleuchtet frühere Ereignisse in der Geschichte der Stadt. Im Zentrum stehen neue Figuren, die in unterschiedlichen Zeitabschnitten mit der unheimlichen Bedrohung konfrontiert werden.

Dabei geht es weniger um eine bloße Wiederholung bekannter Motive als um den Versuch, Derrys düstere Vergangenheit freizulegen: mysteriöse Unglücke, unerklärliche Gewalt und eine Atmosphäre latenter Angst, die sich durch Generationen zieht. Die Serie baut die Mythologie rund um Pennywise und das Wesen hinter der Maske weiter aus und vertieft die Frage, warum gerade Derry immer wieder zum Schauplatz des Schreckens wird.

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Bekannte Gesichter: Neben Bill Skarsgård auch Taylour Paige (Zola, Ma Rainey’s Black Bottom, Sharp Stick), Jovan Adepo (3 Body Problem, Babylon, Mother!), Chris Chalk (The Newsroom, Gotham, 12 Years a Slave), James Remar (Dexter, Oppenheimer, Django Unchained), Madeleine Stowe (12 Monkeys, Revenge, Der letzte Mohikaner)

Geeignet für Fans von Serien mit düsterer Kleinstadt-Atmosphäre und ausgebautem Horror-Universum.

Nicht geeignet für Zuschauer, die eine abgeschlossene Geschichte bevorzugen und wenig Interesse an Mythologie haben.

Highlight: Spannend ist vor allem der Perspektivwechsel: Statt erneut den bekannten „Losers’ Club“ zu begleiten, richtet sich der Fokus auf die Historie Derrys. Das eröffnet erzählerisch neue Räume und erlaubt es, das Grauen nicht nur als individuelles, sondern als strukturelles Phänomen einer ganzen Stadt zu begreifen.

Schon gewusst? Die Serie entsteht erneut unter maßgeblicher Beteiligung von Andy Muschietti, der bereits bei den beiden Kinofilmen Regie führte und auch hier als Executive Producer sowie Regisseur einzelner Episoden fungiert.


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