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9 Filme, die man im Pride-Month gesehen haben sollte

Kaum ein Genre hat sich in den vergangenen Jahren so stark von alten Klischees befreit wie das queere Kino. Diese neun Filme zeigen, wie groß die Bandbreite sein kann, und erzählen Geschichten von erster Liebe, Coming-outs, Diskriminierung und Auflehnung gegen die homophobe Gesellschaft.

9 Filme, die man im Pride-Month gesehen haben sollte (Quelle: Salzgeber)

Der Monat Juni steht unter der Regenbogenflagge. Während überall auf der Welt Demonstrationen stattfinden, um für die Rechte der LGBTQ+-Community zu demonstrieren, bekommen auch queere Filme wieder einen kleinen Hype. Doch welche Pride-Movies sollte man auf jeden Fall gesehen haben? Hier kommt eine kleine Übersicht mit Filmen, die schwule und lesbische Liebesbeziehungen zeigen, die Transition zum trans Mann zeigen oder erklären, was die „Ballroom“-Szene eigentlich ist.


Call Me by Your Name (2017)

„Ist es besser, zu sprechen oder zu sterben?“

Worum geht’s? Der 17-jährige Elio (Timothée Chalamet) verbringt den Sommer 1983 mit seinen Eltern auf einem norditalienischen Landsitz. Alle drei sind aufgeschlossen, pflegen einen lockeren Umgang und sind äußerst gebildet. Die Mutter arbeitet als Übersetzerin, der Vater als Archäologieprofessor. In diese Idylle hinein platzt der 24-jährige Oliver (Armie Hammer), der den Sommer über als Assistent von Elios Vater arbeiten soll. Zu seiner eigenen Überraschung beginnt Elio, sich zu dem charmanten Mann hingezogen zu fühlen. Oliver hingegen scheint den Teenager anfangs nicht einmal zu bemerken – bis aus gemeinsamen Fahrradtouren und Badeausflügen immer intimere Momente entstehen und sich tatsächlich eine Form der Beziehung zwischen den beiden entwickelt.

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Bekannte Gesichter: Timothée Chalamet (Dune, Wonka, Little Women), Armie Hammer (The Social Network, Codename U.N.C.L.E., Tod auf dem Nil), Michael Stuhlbarg (Boardwalk Empire, Doctor Strange, A Serious Man)

Geeignet für Fans von emotionalen Coming-of-Age-Geschichten und großen Sommerromanzen.

Nicht geeignet für Fans von romantischen Komödien mit Happy End.

Highlight: „Call Me By Your Name“ ist ein sanfter Film mit ruhigen Bildern, wunderschöner Kulisse und hellen Farben. Hier braucht es keine Action, keine zackigen Dialoge, um Spannung zu erzeugen. Stattdessen zeigt der Film schlichtweg die sexuelle Findungsphase eines Jugendlichen sowie die Höhen und Tiefen der ersten großen Liebe.

Schon gewusst? Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von André Aciman. Für seine Darstellung des Elio erhielt Timothée Chalamet mit nur 22 Jahren eine Oscarnominierung als bester Hauptdarsteller und war damit einer der jüngsten Nominierten in dieser Kategorie überhaupt.


Fireworks (2023)

„Wir haben niemandem etwas getan. Wir lieben uns nur.“

Worum geht’s? Sommer 1982 in Sizilien: Mitten auf der Straße rauschen die beiden Teenager Nino (Gabriele Pizzurro) und Gianni (Samuele Segreto) mit ihren Mopeds ineinander. Um sich bei ihm zu entschuldigen, bietet Nino Gianni daraufhin einen Job bei seinem Vater an, der professionelle Feuerwerke veranstaltet. Gianni nimmt an, und fortan sehen sich die beiden Jungs immer öfter. Aus einer anfänglichen Freundschaft entwickelt sich bald mehr. Und so entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen den beiden. Das geht jedoch nur so lange gut, bis ihre konservativen Familien Wind davon bekommen. Denn was dann folgt, sind heftige Anfeindungen, die sogar ins Gewalttätige übergehen. Doch Nino und Gianni wollen sich nicht aufgeben – selbst wenn sie sich damit in größte Gefahr begeben.

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Bekannte Gesichter: Samuele Segreto (Es war einmal in Sizilien, Amici), Fabrizia Sacchi (Die besten Jahre, Ein perfekter Platz, Die Einsamkeit der Primzahlen)

Geeignet für Fans von queeren Liebesgeschichten mit historischem Hintergrund.

Nicht geeignet für Zuschauer, die eine leichte Sommerromanze suchen.

Highlight: Regisseur Giuseppe Fiorello setzte bewusst auf junge und weitgehend unbekannte Darsteller, um der Geschichte möglichst viel Authentizität zu verleihen.

Schon gewusst? Der Film basiert auf dem sogenannten „Delitto di Giarre“, einem realen Doppelmord an zwei jungen Männern im Jahr 1980. Der Fall erschütterte Italien und gilt als einer der Auslöser für die moderne italienische LGBTQ+-Bewegung. Regisseur Giuseppe Fiorello widmete den Film den beiden Opfern. Außerdem gewann er für „Fireworks“ den renommierten italienischen Filmpreis „Nastro d’Argento“ als bester Nachwuchsregisseur.


All of Us Strangers (2023)

„Ich dachte immer, dass Liebe nicht für mich gemacht ist.“

Worum geht’s? Der schwule Drehbuchautor Adam (Andrew Scott) führt in einem neu gebauten, fast gänzlich unbewohnten Londoner Luxushochhaus ein komplett isoliertes Leben. So leer es um ihn herum ist, so einsam fühlt er sich auch. Zumindest, bis eines Nachts der charmante Harry (Paul Mescal) betrunken an seine Tür klopft. Obwohl beide Männer grundverschieden sind, entwickelt sich zwischen ihnen schnell eine leidenschaftliche Verbindung.

Parallel zu dieser neuen Liebe gerät Adams Realität allerdings aus den Fugen: Bei einem Besuch in seinem Heimatort trifft er in seinem alten Elternhaus auf seine Mutter und seinen Vater. Das Problem: Seine Eltern sind eigentlich vor mehr als dreißig Jahren bei einem Autounfall gestorben. Adam, der sich vom Anblick seiner seitdem anscheinend gar nicht gealterten Eltern nicht losreißen kann, nutzt die Chance, ihnen das zu erzählen, was ihm als Kind verwehrt blieb: Er outet sich vor ihnen, spricht über die Einsamkeit des Heranwachsens in den homophoben 1980er Jahren und verarbeitet den traumatischen Verlust. Gleichzeitig verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Erinnerung immer weiter und ziehen Adam in eine Art Rausch, aus dem er nicht mehr zu entkommen scheint.

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Bekannte Gesichter: Andrew Scott (Fremde am Zug, Sherlock, Ripley), Paul Mescal (Gladiator II, Aftersun, Normal People), Claire Foy (The Crown, Aufbruch zum Mond, Verblendung), Jamie Bell (Billy Elliot, Rocketman, Snowpiercer)

Geeignet für Fans von tiefgründigen Dramen mit einer Prise Mystery und magischem Realismus.

Nicht geeignet für Zuschauer, die nach einer leichten, klassischen Rom-Com suchen oder aktuell sehr nah am Wasser gebaut haben.

Highlight: „All of Us Strangers“ ist kein klassischer Queer-Film über Coming-out oder Diskriminierung. Stattdessen dreht er sich vielmehr um Themen wie Verlust und Einsamkeit. Dadurch wird alles auf eine andere Ebene gehoben und daher schon seit Jahren als einer der bewegendsten Filme in der LGBTQ+-Szene gehandelt.

Schon gewusst? Regisseur Andrew Haigh hat den Film im eigenen, echten Elternhaus gedreht, in dem er auch aufgewachsen ist. Das verlieh den Szenen mit den „Geistern“ der Eltern für ihn und die Crew eine extrem persönliche und fast unheimlich authentische Atmosphäre.


Milk (2008)

„Mein Name ist Harvey Milk und ich bin hier, um Sie zu rekrutieren!“

Worum geht’s? „Milk“ zeichnet die letzten acht Lebensjahre von Harvey Milk (Sean Penn) nach, der sich Anfang der 1970er Jahre – mit fast 40 Jahren – entscheidet, sein Leben in New York hinter sich zu lassen. Gemeinsam mit seinem Partner Scott Smith (James Franco) zieht er nach San Francisco in das Arbeiterviertel Castro. Dort eröffnen sie ein kleines Fotogeschäft, das sich rasch zu einem lebendigen Treffpunkt für die örtliche queere Community entwickelt. Nachdem er immer wieder mit massiver Polizeigewalt, systematischer Diskriminierung und Homophobie konfrontiert wird, weigert sich Milk, länger wegzusehen. Also wird er zum lautstarken Aktivisten und beschließt, für den Stadtrat zu kandidieren. Aus der Kandidatur wird – nach einigen Niederlagen – ein Amt, und Milk steigt zur nationalen Ikone der LGBTQ+-Bewegung auf.

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Bekannte Gesichter: Sean Penn (Gaslit, Mystic River, 21 Gramm), James Franco (127 Hours, Spider-Man, Pineapple Express), Josh Brolin (Dune, Avengers: Endgame, No Country for Old Men), Emile Hirsch (Into the Wild, Once Upon a Time in Hollywood), Diego Luna (Andor, Rogue One, Narcos: Mexico)

Geeignet für Fans von packenden, emotionalen Biopics und zeitgeschichtlichen Politdramen.

Nicht geeignet für Menschen, die nach rein fiktiver, leichter Wohlfühlunterhaltung suchen.

Highlight: Gus Van Sant inszeniert „Milk“ nicht als trockenes Geschichtsdrama, sondern als pulsierendes und emotionales Porträt. Das Herzstück ist dabei ganz klar Sean Penns fesselnde Performance: Seine Version von Harvey Milk ist kein heroischer Mythos, sondern menschlich und einnehmend. Die kleine Prise schelmische Energie, die darin mitschwingt, macht es perfekt.

Schon gewusst? Für die Dreharbeiten wurde die Castro Street in San Francisco extrem aufwendig in den Look der 1970er Jahre zurückversetzt. Gefilmt wurde dabei unter anderem an den Originalschauplätzen – wie zum Beispiel im ehemaligen Fotogeschäft „Castro Camera“, das Harvey Milk damals tatsächlich als sein politisches Hauptquartier nutzte.


Blau ist eine warme Farbe (2013)

„Ich habe eine unendliche Zärtlichkeit für dich, mein ganzes Leben lang. Das wird sich nie ändern.“

Worum geht’s? Die 15-jährige Adèle (Adèle Exarchopoulos) führt das ganz normale Leben eines Teenagers, verabredet sich mit Jungs und träumt von einer Zukunft als Lehrerin. Doch als sie auf der Straße einer jungen Frau mit blau gefärbten Haaren begegnet, verändert dieser eine Moment alles. Denn die Unbekannte ist Emma (Léa Seydoux), eine selbstbewusste Kunststudentin. Als sie sich kurz darauf in einer lesbischen Bar zufällig wiedersehen, können beide nicht mehr an sich halten, und es entflammt eine Leidenschaft, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Der Film begleitet beide Frauen über Jahre hinweg, zeigt erst die alles verzehrende und fast schon süchtig machende Romanze, dann das bittersüße, schmerzhafte Ausklingen einer großen Liebe. Denn nachdem die heftigen Gefühle vom Anfang langsam abklingen, lassen sich die großen Unterschiede zwischen den beiden Frauen sowie Adèles Angst, sich zu outen, nicht länger ignorieren.

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Bekannte Gesichter: Adèle Exarchopoulos (Passages, Die Drei Musketiere, Sibyl), Léa Seydoux (James Bond 007: Keine Zeit zu sterben, Dune: Part Two, Poor Things), Jeremie Laheurte (Paris Police 1900, Ein leichtes Mädchen)

Geeignet für Fans von intensiven, französischen Liebesdramen.

Nicht geeignet für Menschen, die Probleme mit einer sehr langen Laufzeit (knapp 3 Stunden) haben.

Highlight: Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos zeigen eine ganz besondere Chemie im Film. Während Seydoux ihre Figur eher intellektuell und distanziert wirken lässt, gibt Exarchopoulos eine instinktive und roh wirkende Energie zum Besten. Der Kontrast zwischen den beiden ist es, was erst die knisternde Anziehung und später ihre schleichende Entfremdung so schmerzhaft macht.

Schon gewusst? Sowohl Adèle Exarchopoulos als auch Léa Seydoux berichteten nach den Dreharbeiten von den extremen Methoden des Regisseurs Abdellatif Kechiche. Für die berüchtigte, rund siebenminütige Sexszene wurde beispielsweise fast zehn Tage lang gedreht. Trotz Kontroversen und Diskussionen schrieben sie aber allesamt Kinogeschichte, denn in Cannes wurde die Goldene Palme erstmals nicht nur an den Regisseur, sondern explizit auch an die Hauptdarstellerinnen verliehen.


Die Taschendiebin (2016)

„Die Taschendiebin, die mein Leben gerettet hat … meine Sook-hee.“

Worum geht’s? „Die Taschendiebin“ spielt im Korea der 1930er Jahre während der japanischen Besatzungszeit. Die verwaiste Taschendiebin Sook-hee (Kim Tae-ri) wird in das Haus der reichen, alleinlebenden Erbin Lady Hideko (Kim Min-hee) geschleust, um einem Heiratsschwindler, der sich als Graf ausgibt, bei seinem Coup zu helfen. Sobald sie das Vertrauen der Lady gewonnen hat, soll Sook-hee sie auf subtile Weise in die Arme des „Grafen“ treiben.

Womit jedoch keiner gerechnet hat: Zwischen Lady Hideko und Sook-hee entwickelt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Inmitten des Netzes aus Lügen, Intrigen und Abhängigkeiten müssen beide Frauen herausfinden, wem sie eigentlich trauen können. Denn auch als Zuschauer ist man sich nie sicher, wer hier eigentlich gerade wen jagt.

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Bekannte Gesichter: Kim Min-hee (Die Frau, die rannte, On the Beach at Night Alone), Kim Tae-ri (Space Sweepers, Twenty-Five Twenty-One, Alienoid), Ha Jung-woo (The Chaser, Behind the Dark Night, Narco-Saints), Cho Jin-woong (Signal, Believer, The Spy Gone North)

Geeignet für Fans von bildgewaltigen, clever konstruierten Thrillern und Mysterydramen.

Nicht geeignet für Menschen, die sensibel auf sadomasochistische Motive und psychologischen Missbrauch reagieren.

Highlight: „Die Taschendiebin“ erzählt seine Geschichte nicht stringent aus einer Perspektive, sondern ist in drei Kapitel geteilt. Erst ist das Geschehen aus Sook-hees Sichtweise zu sehen, dann springt der Film noch mal auf Anfang und damit auch zu Hidekos Blickwinkel zurück. Erst im letzten Abschnitt laufen die Fäden und Perspektiven zusammen.

Schon gewusst? Der Film basiert eigentlich auf dem historischen Kriminalroman „Fingersmith“ von Sarah Waters. Regisseur Park Chan-wook verlegte die Handlung, die im Original im viktorianischen London spielt, jedoch kurzerhand in das besetzte Korea der 1930er Jahre.


Paris Is Burning (1990)

„Ich möchte, dass mein Name in großen Buchstaben irgendwo steht. Ich möchte, dass die Welt weiß, dass Dorian Corey hier war.“

Worum geht’s? Der legendäre Dokumentarfilm entführt das Publikum mitten in die New Yorker „Ballroom„-Szene der späten 1980er Jahre. Im Mittelpunkt stehen junge, meist afroamerikanische und lateinamerikanische homosexuelle Männer sowie transsexuelle Frauen. Viele von ihnen wurden von ihren Familien verstoßen, leben in Armut und haben mit täglichem Rassismus und Homophobie zu kämpfen. Halt finden sie in sogenannten „Häusern“. Damit gemeint ist eine Art Ersatzfamilie, angeführt von erfahrenen „Müttern“ oder „Vätern“.

Das Herzstück dieser Subkultur sind die pompösen „Balls“, also Wettbewerbe, in denen die Mitglieder der Häuser in verschiedenen Kategorien auf dem Laufsteg gegeneinander antreten. Sie imitieren die Welt des Luxus, der Modewelt oder der High Society, die ihnen im echten Leben verschlossen bleibt.

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Bekannte Gesichter: Dorian Corey, Pepper LaBeija, Venus Xtravaganza, Willi Ninja und Anohni

Geeignet für Fans von ehrlichen und mitreißenden Zeitdokumenten.

Nicht geeignet für alle, die moderne Reality-Shows oder fiktive Spielfilme erwarten.

Highlight: „Paris brennt“ fasziniert durch seine Energie und den Stolz der Menschen, die hier zu Wort kommen. Der Film meistert den Spagat aus schillernden Kostümen, Tanzszenen und humorvollen Wortgefechten im Kontrast zu einer Community, die sich in einer feindseligen Welt wiederfindet – und es trotzdem schafft, sich selbst zu feiern und zu behaupten.

Schon gewusst? Der Begriff „Voguing“ – jener Tanzstil mit den markanten, modelartigen Posen, den Madonna 1990 mit ihrem Welthit „Vogue“ berühmt machte – wurde maßgeblich in der „Ballroom“-Szene entwickelt. Einer der Protagonisten des Films, Willi Ninja, gilt bis heute als der „Gottvater des Voguing“ und brachte später sogar echten Models der High-Fashion-Welt bei, wie man richtig auf dem Laufsteg läuft.


Close to you (2023)

„Ich bin immer noch derselbe Mensch. Ich bin nur endlich glücklich.“

Worum geht’s? Der Film erzählt die Geschichte von Sam (Elliot Page), der vor vier Jahren nach Toronto gezogen ist. Seit seiner Transition zum Mann hat er seine Familie nicht mehr gesehen. Zum Geburtstag seines Vaters fasst er sich schließlich ein Herz und reist zurück in seine alte Heimatstadt. Auf der Zugfahrt dorthin trifft er zufällig Katherine, eine alte Schulfreundin und seine erste große Liebe, wodurch viele alte Gefühle wieder hochkommen. Das eigentliche Wiedersehen mit der Familie verläuft voller ungeschickter Fragen, gut gemeinter, aber verletzender Kommentare und einer spürbaren Unsicherheit. Der Film zeigt sehr feinfühlig das emotionale Auf und Ab dieses Heimatbesuchs und Sams Suche nach seinem eigenen Platz in der Welt.

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Bekannte Gesichter: Elliot Page (Juno, Inception, The Umbrella Academy), Hillary Baack (The East, Sound of Metal, Helen), Wendy Crewson (Santa Clause – Eine schöne Bescherung, Das zweite Gesicht)

Geeignet für Fans von intimen Familiendramen mit leisen Zwischentönen.

Nicht geeignet für alle, die eine temporeiche Handlung mit viel Action brauchen.

Highlight: „Close to You“ ist ein sehr sanfter und intimer Film. Die Anspannung, die hier greifbar gemacht wird, zeigt sich nicht über heftige Familienstreitigkeiten, sondern eher über die kleinen Momente.

Schon gewusst? Für Elliot Page war das die erste große Kinorolle nach seinem eigenen Coming-out als trans im Jahr 2020. Das Besondere an dem Film ist, dass er fast vollständig improvisiert wurde. Regisseur Dominic Savage und Elliot Page haben die Geschichte zwar gemeinsam entwickelt, die Dialoge entstanden jedoch ganz spontan während des Drehs am Set.


Pride (2014)

„Wenn du dich mit einer Community anlegst, die von allen schikaniert wird, stellst du fest, dass du nicht mehr allein bist.“

Worum geht’s? Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt „Pride“, wie sich Bergarbeiter und homosexuelle Aktivisten zusammenschließen und gemeinsame Sache machen. Doch erst mal zurück zum Anfang: Die Bergarbeiter in Großbritannien streiken 1984 erbittert gegen die Schließung ihrer Zechen durch die Regierung unter Margaret Thatcher. Um ihnen zu helfen, beschließt eine kleine Gruppe schwuler und lesbischer Aktivisten aus London, die Streikenden finanziell zu unterstützen und gründen die Initiative „Lesbians and Gays Support the Miners“ (LGSM).

Das Problem: Die Bergarbeitergewerkschaft hat Vorurteile und will nichts mit ihnen zu tun haben. Die Aktivisten lassen sich jedoch nicht entmutigen, mieten einen kleinen Bus und fahren kurzerhand direkt in ein kleines, konservatives Bergbaudorf in Wales. Dort prallen zwei völlig verschiedene Welten aufeinander, aus denen sich nach anfänglicher Skepsis eine nie dagewesene Freundschaft entwickelt.

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Bekannte Gesichter: Bill Nighy (Tatsächlich… Liebe, Pirates of the Caribbean – Fluch der Karibik 2, Living – Einmal wirklich leben, Underworld), Imelda Staunton (Harry Potter und der Orden des Phönix, Downton Abbey, The Crown), Andrew Scott (All of Us Strangers, James Bond 007: Spectre, Sherlock, Fleabag), George MacKay (1917, Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück, The Beast)

Geeignet für Fans von britischen Tragikomödien mit viel Humor.

Nicht geeignet für Menschen, die ein düsteres, politisches Drama erwarten.

Highlight: „Pride“ ist ein unglaublich herzlicher Film, der trotz ernster Hintergründe für extrem gute Laune sorgt. Er lebt von seinen bodenständigen Figuren und dem großartigen Zusammenspiel der Schauspieler. Wie sich die Vorurteile der Dorfbewohner langsam in Neugier und schließlich in echte Solidarität verwandeln, sorgt dafür, dass man am Ende einfach mit einem Lächeln dasitzt.

Schon gewusst? Die echte Allianz zwischen den Bergarbeitern und der LGBTQ+-Community hatte damals eine gewaltige politische Wirkung. Als Dank für die lautstarke und finanzielle Unterstützung während des Streiks reisten 1985 Hunderte Bergarbeiter aus Wales nach London, um beim dortigen Pride-March ganz vorne an der Spitze zu demonstrieren.


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