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Roma

Mit „Roma“ blickt Alfonso Cuarón zurück auf seine Kindheit im Mexiko der 70er-Jahre – und erschafft daraus ein stilles, aber überwältigendes Meisterwerk. Das in Schwarz-Weiß gedrehte Drama verbindet intime Alltagsmomente mit historischen Umbrüchen – und wurde schnell zu einem der meistgelobten Filme des Jahrzehnts.

Roma (Quelle: Carlos Somonte / Netflix)

Genre: Drama
Für Fans von: Parasite, The Florida Project, Call Me by Your Name

Awards: Zahlreiche Auszeichnungen, darunter 3 Oscars, u.a. Beste Regie und Bester fremdsprachiger Film, Goldener Löwe der Filmfestspiele von Venedig, mehrere BAFTAs und Golden Globes


Roma (2018)

Worum geht’s? Mexiko-Stadt Anfang der 1970er-Jahre: Im wohlhabenderen Stadtviertel Roma lebt eine Mittelklassefamilie, deren Alltag vor allem von zwei Hausangestellten organisiert wird. Im Mittelpunkt steht Cleo, eine junge indigene Frau aus Oaxaca, die für die Familie arbeitet, sich um die Kinder kümmert, den Haushalt führt und gleichzeitig versucht, ihr eigenes Leben zusammenzuhalten. Während nach außen zunächst vieles geordnet wirkt, beginnt das familiäre Gefüge langsam zu bröckeln. Die Eltern entfernen sich zunehmend voneinander, Spannungen liegen unausgesprochen in der Luft, und die Kinder versuchen, die Veränderungen irgendwie zu begreifen. Cleo wird dabei immer stärker zur emotionalen Konstante der Familie – obwohl sie gesellschaftlich nie wirklich als Teil davon angesehen wird.

Parallel dazu erzählt „Roma“ auch vom politischen Klima Mexikos jener Zeit. Studentenproteste, soziale Unruhen und Gewalt dringen immer stärker in den Alltag ein. Doch statt große historische Ereignisse in den Vordergrund zu stellen, zeigt Alfonso Cuarón, wie solche Umbrüche das Leben gewöhnlicher Menschen beeinflussen. Genau darin liegt die besondere Kraft des Films: „Roma“ beobachtet kleine Momente mit derselben Aufmerksamkeit wie dramatische Wendungen.

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Bekannte Gesichter: Alfonso Cuarón setzte bei „Roma“ bewusst auf viele Laiendarsteller oder Menschen mit kaum Schauspielerfahrung. Bekannt ist vor allem Marina de Tavira (Reminiscence – Die Erinnerung stirbt nie, This Is Not Berlin, La Zona – Betreten verboten). Hervorzuheben ist aber besonders die Leistung von Yalitza Aparicio. Die damalige Vorschullehrerin hatte vor „Roma“ keinerlei Schauspielerfahrung und wurde dennoch für den Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominiert. Ihre zurückhaltende, natürliche Darstellung trägt den gesamten Film und verleiht Cleo eine enorme emotionale Tiefe.

Highlight: Der Film entwickelt seine Wirkung durch Atmosphäre, Beobachtung und emotionale Nähe. Lange Kamerafahrten, ruhige Szenen und scheinbar beiläufige Details erzeugen das Gefühl, direkt in diese Welt einzutauchen. Gleichzeitig bleibt Cleo stets das emotionale Zentrum der Geschichte. Ihre stille Stärke, ihre Unsicherheit und ihre Loyalität machen „Roma“ zu einem außergewöhnlich menschlichen Film.

Schon gewusst? Der Film basiert lose auf der eigenen Kindheit des Regisseurs und ist zugleich eine Hommage an die Frauen, die ihn geprägt haben. Genau deshalb fühlt sich „Roma“ trotz seiner ruhigen Erzählweise nie distanziert an, sondern überraschend nahbar und emotional.


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