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Kinds of Kindness

Kontrolle, Hingabe, Obsession: „Kinds of Kindness“ zerlegt zwischenmenschliche Beziehungen in ihre unbequemsten Bestandteile – kühl, präzise und mit einem Humor, der immer ein wenig wehtut.

Willem Dafoe, Jesse Plemons und Margaret Qualley in Kinds of Kindness (Quelle: © Searchlight Pictures)

Genre: Drama, Tragikomödie, Anthologiefilm
Für Fans von: The Favourite, The Lobster, Poor Things

Awards: Premiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes 2024, Jesse Plemons gewann dort den Preis als Bester Darsteller


Kinds of Kindness (2024)

Worum geht’s? „Kinds of Kindness“ besteht aus drei voneinander getrennten Episoden, die jeweils mit denselben Darstellern besetzt sind, aber unterschiedliche Figuren und Geschichten erzählen. Jede Episode wirkt zunächst wie ein eigenes Universum – und doch ziehen sich wiederkehrende Themen und Motive durch den gesamten Film. Im Zentrum steht immer ein Machtgefälle: Menschen, die sich freiwillig oder unfreiwillig in Abhängigkeiten begeben, Beziehungen, die von Kontrolle geprägt sind, und Figuren, die versuchen, ihren Platz in einer oft absurden Welt zu finden. Lanthimos interessiert sich dabei weniger für klassische Dramaturgie als für die Dynamik zwischen den Menschen – für das, was passiert, wenn das Vertrauen kippt oder Regeln plötzlich nicht mehr gelten. In einer der Geschichten geht es um einen Mann, dessen Leben vollständig von seinem Vorgesetzten bestimmt wird – bis er beginnt, sich diesem System zu entziehen. Eine andere Episode folgt einem Polizisten, der überzeugt ist, dass seine verschwundene Frau nicht mehr dieselbe ist, als sie zurückkehrt. Und in einer weiteren Handlung gerät eine Frau in die Fänge einer spirituellen Gemeinschaft, die nach einer besonderen Person sucht, die angeblich Wunder vollbringen kann.

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Bekannte Gesichter: Emma Stone (Poor Things, Bugonia, The Favourite), Jesse Plemons (I’m Thinking of Ending Things, Fargo, Breaking Bad), Willem Dafoe (Nosferatu – Der Untote, The French Dispatch, Mord im Orient Express), Margaret Qualley (Once Upon a Time in Hollywood, Maid, The Substance), Hong Chau (The Whale, The Menu, Big Little Lies)

Highlight: Yorgos Lanthimos bleibt seinem unverwechselbaren Stil treu und treibt ihn sogar noch weiter: Die episodische Struktur erlaubt es ihm, verschiedene Varianten von Macht und Abhängigkeit durchzuspielen, ohne sich auf eine klassische Erzählweise festlegen zu müssen. Besonders auffällig ist dabei die wiederkehrende Besetzung – dieselben Schauspieler verkörpern völlig unterschiedliche Figuren, was dem Film eine zusätzliche Ebene verleiht. Jesse Plemons sticht mit seiner nuancierten, oft verstörenden Performance besonders hervor, nicht umsonst wurde er dafür auch in Cannes ausgezeichnet.

Schon gewusst? Der Film markiert eine erneute Zusammenarbeit zwischen Yorgos Lanthimos und Drehbuchautor Efthimis Filippou, mit dem er bereits bei früheren Werken wie „The Lobster“ und „The Killing of a Sacred Deer“ gearbeitet hat. Nach „Poor Things“, das stärker zugänglich inszeniert war, kehrt Lanthimos hier wieder zu einer eher sperrigeren und experimentelleren Form zurück.


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