Ferienprogramm mit Tempo: Vier Kinderfilme für lange Sommerabende
Wenn die Sommerferien nach unkompliziertem Filmspaß verlangen, liefern diese vier Titel viel Tempo, bekannte Figuren und genug Flimmerchaos für einen gemütlichen Familienabend.
Joaquin Phoenix ist kein Schauspieler für halbe Sachen. Ob als Country-Legende, vereinsamter Großstadtmann, manipulierbarer Kriegsveteran oder gebrochener Rächer: Seine Figuren wirken oft, als würden sie innerlich brennen, während die Kamera nur knapp mithalten kann.
(Quelle: Warner Bros.)
Kaum ein Darsteller seiner Generation hat so konsequent Rollen gesucht, die nicht bequem sind. Phoenix ist in seinen Rollen selten der glatte Held, meist spielt er verletzte, widersprüchliche oder schwer greifbare Figuren. Gerade deshalb lohnt sich ein Blick auf fünf Filme, die sehr unterschiedliche Seiten seines Spiels zeigen: die musikalische Energie von Walk the Line, die düstere Radikalität von Joker, das verstörende Kammerspiel von The Master, die leise Zukunftsmelancholie von Her und die rohe Körperlichkeit von A Beautiful Day. Zusammen ergeben sie eine kleine Reise durch das Kino eines Schauspielers, der Schmerz, Sehnsucht und Kontrollverlust so intensiv verkörpert wie kaum ein anderer.
Ein Mann, eine große Liebe und Musik, die aus Schuld, Trotz und Sehnsucht geboren wird.
Worum geht’s? „Walk the Line“ erzählt vom frühen Leben Johnny Cashs, von der Kindheit in Arkansas über die ersten musikalischen Schritte bis zur prägenden Beziehung zu June Carter. Der Film setzt nicht nur auf die bekannten Stationen einer Musikerbiografie, sondern interessiert sich vor allem für die Bruchstellen: Cashs schwieriges Verhältnis zum Vater, der frühe Tod seines Bruders, der Aufstieg bei Sun Records, die Tourneen, die wachsende Tablettenabhängigkeit und die komplizierte Nähe zu June Carter. Joaquin Phoenix spielt Cash nicht als Ikone, sondern als ruhelosen Mann, dessen tiefe Stimme fast wie ein Schutzschild wirkt.
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Bekannte Gesichter: Neben Joaquin Phoenix spielen Reese Witherspoon (Little Fires Everywhere, Big Little Lies, The Morning Show), Ginnifer Goodwin (Why Women Kill, Big Love, Once Upon a Time – Es war einmal …), Robert Patrick (Tulsa King, Reacher, The Night Agent) und Dallas Roberts (The Walking Dead, Dallas Buyers Club, Glass Onion: A Knives Out Mystery) mit.
Geeignet für Fans von Musikbiografien, emotionalen Künstlerdramen und Filmen über Menschen, die an Ruhm, Liebe und den eigenen Dämonen zugleich wachsen und zerbrechen.
Nicht geeignet für Zuschauer, die Musikerbiografien mit klassischem Aufstiegs-und-Fall-Muster grundsätzlich zu vorhersehbar finden.
Highlight: Die große Stärke liegt in der Körperlichkeit der Darstellung. Phoenix imitiert Cash nicht bloß, sondern findet eine eigene, filmische Wahrheit: der leicht nach vorn gebeugte Gang, der verschlossene Blick, die explosive Mischung aus Charisma und Selbstzerstörung. Besonders stark wird der Film, wenn die Musik als Ausdruck innerer Not wirkt. Dass Phoenix und Witherspoon die Songs selbst einsangen, gibt den Auftritten eine spürbare Unmittelbarkeit.
Schon gewusst? Johnny Cash und June Carter waren vor ihrem Tod in die Entstehung des Films eingebunden. Cash stimmte der Besetzung von Joaquin Phoenix persönlich zu, June Carter Cash der Besetzung von Reese Witherspoon.
Ein Kriegsveteran, ein charismatischer Guru – und ein Machtspiel, das unter die Haut kriecht.
Worum geht’s? „The Master“ spielt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Joaquin Phoenix verkörpert Freddie Quell, einen Navy-Veteranen und Herumtreiber, der traumatisiert, reizbar und orientierungslos durchs Leben driftet. Als er auf Lancaster Dodd trifft, den charismatischen Gründer einer spirituellen Bewegung namens „Der Ursprung“, entsteht eine schwer zu fassende Beziehung aus Abhängigkeit, Faszination, Manipulation und gegenseitiger Prüfung. Paul Thomas Anderson inszeniert das Ganze als psychologisches Duell zweier Männer, die einander zugleich brauchen und abstoßen. Der Film wurde unter anderem vom Leben des Scientology-Gründers L. Ron Hubbard inspiriert.
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Bekannte Gesichter: Neben Joaquin Phoenix spielen Philip Seymour Hoffman (Capote, Magnolia, A Most Wanted Man), Amy Adams (Sharp Objects, Nightbitch, The Woman in the Window), Laura Dern (Jurassic Park, Big Little Lies, Marriage Story), Jesse Plemons (Breaking Bad, Fargo, Bugonia) und Rami Malek (Bohemian Rhapsody, Mr. Robot, Oppenheimer) mit.
Geeignet für Fans von anspruchsvollen Charakterstudien, Paul-Thomas-Anderson-Filmen und Dramen, die ihre Konflikte unter der Oberfläche gären lassen.
Nicht geeignet für Zuschauer, die klare Antworten, eindeutige Sympathieträger oder eine geradlinige Handlung bevorzugen.
Highlight: Phoenix spielt Freddie Quell wie ein verwundetes Tier: gebeugte Haltung, verzerrter Mund, unberechenbare Blicke, plötzlich aufflammende Aggression. Ihm gegenüber steht Philip Seymour Hoffman als Lancaster Dodd, weich in der Stimme, gefährlich in der Selbstgewissheit. Der Reiz des Films entsteht genau aus dieser Spannung: Dodd will formen, Freddie entzieht sich; Freddie sucht Halt, Dodd braucht Bewunderung. „The Master“ ist damit ein Film über die Frage, warum Menschen sich führen lassen wollen – und warum manche trotzdem nicht zu bändigen sind.
Schon gewusst? Bei den Filmfestspielen von Venedig 2012 wurde Paul Thomas Anderson mit dem Silbernen Löwen für die beste Regie ausgezeichnet, Philip Seymour Hoffman und Joaquin Phoenix erhielten gemeinsam die Coppa Volpi als beste Darsteller.
Ein Mann verliebt sich in eine Stimme – und findet darin mehr Wahrheit, als ihm lieb ist.
Worum geht’s? In „Her“ spielt Joaquin Phoenix Theodore Twombly, einen introvertierten Mann, der beruflich persönliche Briefe für andere Menschen formuliert, privat aber kaum mit den eigenen Gefühlen zurechtkommt. Nach der Trennung von seiner Frau Catherine installiert er ein neues Betriebssystem, das sich selbst Samantha nennt. Aus Gesprächen, Neugier und emotionaler Nähe entsteht eine Beziehung, die ebenso zärtlich wie unmöglich wirkt. Spike Jonze erzählt diese nahe Zukunft nicht als kalte Technikdystopie, sondern als sanftes, trauriges Drama über Einsamkeit, Projektion und den Wunsch, wirklich verstanden zu werden.
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Bekannte Gesichter: Neben Joaquin Phoenix spielen Amy Adams (Verwünscht nochmal, Nocturnal Animals, American Hustle), Rooney Mara (Carol, Verblendung, Nightmare Alley), Olivia Wilde (Dr. House, Tron: Legacy, Don’t Worry Darling), Chris Pratt (Guardians of the Galaxy, Jurassic World, Parks and Recreation) und Scarlett Johansson (Der phönizische Meisterstreich, Marriage Story, Black Widow) als Stimme von Samantha mit.
Geeignet für Fans von melancholischen Liebesfilmen, ruhiger Science-Fiction und Geschichten über Nähe in einer zunehmend digitalen Welt.
Nicht geeignet für Zuschauer, die bei Science-Fiction große Weltraumabenteuer und ganz viel Action erwarten.
Highlight: Die besondere Nähe im Film entsteht daraus, dass Theodore seine große Liebesgeschichte mit einer Stimme erlebt. Phoenix spielt diese Beziehung fast vollständig über kleine Regungen: ein vorsichtiges Lächeln, ein kurzes Innehalten, ein Blick, der ins Leere geht und trotzdem voller Gefühl ist. Dadurch wirkt „Her“ heute vielleicht noch stärker als 2013, weil die zentrale Idee längst nicht mehr wie ferne Science-Fiction erscheint.
Schon gewusst? Scarlett Johansson ist im Film nicht zu sehen, sondern nur als Samantha zu hören.
Ein düsterer Thriller über Gewalt, Schuld und einen Mann, der selbst kaum noch zu retten ist.
Worum geht’s? „A Beautiful Day“ zeigt Joaquin Phoenix als Joe, einen traumatisierten Kriegsveteranen, der verschwundene Mädchen aus kriminellen Strukturen befreit. Joe lebt mit seiner demenzkranken Mutter zusammen, trägt körperliche und seelische Narben und bewegt sich durch New York wie ein Geist, der nur noch für Aufträge sichtbar wird. Als er die Tochter eines Senators retten soll, führt ihn der Fall in ein Netz aus Gewalt, Macht und Korruption. Lynne Ramsay macht daraus keinen gewöhnlichen Rachethriller, sondern ein fragmentarisches, hartes und zugleich tief trauriges Porträt eines Mannes, der selbst kaum noch an Rettung glaubt.
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Bekannte Gesichter: Neben Joaquin Phoenix spielen Ekaterina Samsonov (Anesthesia, Wonderstruck, The Ticket), Alessandro Nivola (Downton Abbey: Das große Finale, The Room Next Door, Der Brutalist), John Doman (The Wire, Gotham, The Boys) und Judith Roberts (Orange Is the New Black, Dead Silence, The Last Thing Mary Saw) mit.
Geeignet für Fans von düsteren Arthouse-Thrillern und kompromisslosen Charakterstudien.
Nicht geeignet für Zuschauer, die lineare Rachegeschichten oder klare Action-Choreografien erwarten.
Highlight: Phoenix spielt Joe mit massiver körperlicher Präsenz, aber ohne eine klassische Coolness. Jede Bewegung wirkt schwer, jeder Blick müde, jeder Ausbruch wie eine Reaktion auf etwas, das schon lange vor Filmbeginn zerbrochen ist. Lynne Ramsay interessiert sich weniger für den Akt der Gewalt als für das Davor und Danach: Geräusche, Flashbacks, verschwommene Erinnerungen, die Stille in Hotelzimmern und U-Bahn-Schächten. Dazu kommt Jonny Greenwoods nervöser Soundtrack, der den Film wie ein aus dem Takt geratener Puls durchzieht.
Schon gewusst? Bei den Filmfestspielen von Cannes 2017 lief A Beautiful Day im Wettbewerb um die Goldene Palme. Lynne Ramsay wurde für das beste Drehbuch ausgezeichnet, Joaquin Phoenix erhielt den Preis als bester Darsteller.
Gotham lacht über Arthur Fleck – bis sein Lächeln zur Drohung wird.
Worum geht’s? In Joker spielt Joaquin Phoenix Arthur Fleck, einen psychisch instabilen Mann in Gotham City, der als Clown arbeitet und von einer Karriere als Stand-up-Komiker träumt. Doch sein Alltag ist geprägt von Einsamkeit, Demütigung und Gewalt. Todd Phillips erzählt die Ursprungsgeschichte der Figur nicht als klassisches Superhelden- oder Schurkenkino, sondern als düsteres Charakterdrama über soziale Verwahrlosung, verletzten Narzissmus und die gefährliche Sehnsucht nach Aufmerksamkeit. Der Film basiert auf Figuren aus dem DC-Universum und erzählt, wie Arthur Fleck zum späteren Gegenspieler Batmans wird.
WerStreamt.es?
Bekannte Gesichter: Neben Joaquin Phoenix spielen Robert De Niro (Taxi Driver, Killers of the Flower Moon, The Irishman), Zazie Beetz (Atlanta, They Will Kill You, Black Mirror), Frances Conroy (Six Feet Under, American Horror Story, Dead to Me) und Brett Cullen (Narcos, The Blacklist, True Detective) mit.
Geeignet für Fans von düsteren Antiheldenfilmen, psychologischen Thrillern und Comicadaptionen.
Nicht geeignet für Zuschauer, die bei Comicverfilmungen Eskapismus, Tempo und klare moralische Fronten erwarten.
Highlight: Phoenix macht Arthur Fleck zu einer Figur, bei der Mitleid und Unbehagen ständig miteinander ringen. Sein Körper wirkt ausgemergelt, fast wie ein Instrument, auf dem die Welt zu hart gespielt hat. Besonders eindrücklich ist, wie der Film Lachen als Maske und Waffe einsetzt. Was zunächst peinlich, traurig oder verstörend wirkt, kippt nach und nach in etwas Bedrohliches.
Schon gewusst? Joker“ gewann bei den Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen. Bei der Oscarverleihung 2020 erhielt der Film elf Nominierungen; Joaquin Phoenix wurde als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet, Hildur Guðnadóttir gewann den Oscar für die beste Filmmusik.
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