Every Year After
Ein Sommer-Highlight für alle, die sich das Gefühl von „The Summer I Turned Pretty“ zurückwünschen: „Every Year After“ basiert auf der Romanvorlage des New-York-Times-Bestsellers „Every…
„Melancholia“ beginnt mit einer Hochzeitsfeier und endet im Schatten eines fremden Planeten. Dazwischen entfaltet Lars von Trier ein intensives Psychodrama, in dem Kirsten Dunst eine ihrer eindrucksvollsten Rollen spielt.
(Quelle: © 2011 - Magnolia Pictures)
Genre: Drama, Science-Fiction, Endzeitfilm, Psychodrama
Für Fans von: The Tree of Life, Solaris, Another Earth
Awards: Beste Darstellerin für Kirsten Dunst bei den Filmfestspielen von Cannes 2011; Europäischer Filmpreis 2011 für Bester Film, Beste Kamera und Bestes Szenenbild; zahlreiche weitere internationale Auszeichnungen und Nominierungen.
Worum geht’s? Justine und Michael kommen zu spät zu ihrer eigenen Hochzeitsfeier. Schon diese erste Szene, in der eine überlange Limousine auf einem engen Weg stecken bleibt, erzählt viel über den Film: Alles ist feierlich vorbereitet, alles soll schön, elegant und kontrolliert wirken – und doch passt nichts so recht zusammen. Die Hochzeit findet auf dem herrschaftlichen Anwesen von Justines Schwester Claire und deren Mann John statt. Es gibt Gäste, Rituale, Reden, Erwartungen. Doch je länger der Abend dauert, desto deutlicher wird, dass Justine innerlich nicht an diesem Fest teilnehmen kann. Nach außen ist sie die Braut, die glücklich sein müsste. Innerlich aber entfernt sie sich immer weiter von der Rolle, die andere ihr zuschreiben. Ihre Familie trägt wenig dazu bei, die Lage leichter zu machen: Die Eltern sind getrennt und verletzen sich öffentlich, der Arbeitgeber drängt sie sogar während der Feier zu beruflicher Leistung, ihr Umfeld reagiert auf Justines Rückzug eher mit Unverständnis als mit echter Nähe. Was als Hochzeit beginnt, wird nach und nach zur Zerreißprobe.
Parallel dazu taucht am Himmel ein seltsames Zeichen auf. Ein besonders heller Punkt, zunächst noch erklärbar, wird später zum Vorboten einer größeren Bedrohung: Der Planet Melancholia nähert sich der Erde. Im zweiten Teil des Films verschiebt sich der Blick stärker auf Claire. Sie nimmt Justine nach deren Zusammenbruch wieder bei sich auf und versucht, den Alltag zusammenzuhalten. Während John sich auf wissenschaftliche Berechnungen verlässt und beschwichtigt, wächst in Claire die Angst vor dem, was kommen könnte. Der Planet soll an der Erde vorbeiziehen – doch die Sicherheit, mit der diese Aussage wiederholt wird, wirkt zunehmend brüchig.
WerStreamt.es?
Bekannte Gesichter: Kirsten Dunst (Spider-Man, Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen, Fargo), Charlotte Gainsbourg (Antichrist, Der phönizische Meisterstreich, In Therapie), Kiefer Sutherland (24, Rabbit Hole, Flatliners), Alexander Skarsgård (True Blood, Big Little Lies, Pillion), Charlotte Rampling (Broadchurch, Father Mother Sister Brother, Dune), John Hurt (Snowpiercer, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Only Lovers Left Alive), Stellan Skarsgård (Sentimental Value, Chernobyl, Dune), Udo Kier (The Secret Agent, M – Eine Stadt sucht einen Mörder, Bacurau)
Highlight: „Melancholia“ erzählt nicht vom Weltuntergang im klassischen Sinn. Es gibt keine Rettungsmission, keine globalen Krisenstäbe, keine Massenszenen. Lars von Trier bleibt bei wenigen Figuren, einem Anwesen und einem Himmel, der sich langsam verändert. Dadurch wird die große kosmische Bedrohung zu etwas sehr Persönlichem. Der Film fragt, wie Menschen reagieren, wenn vorherige Gewissheiten zerfallen: mit Verdrängung, Panik, Trotz, Fürsorge oder einer Ruhe, die fast unheimlich wirkt.
Schon gewusst? Wagners Vorspiel zu „Tristan und Isolde“ ist nicht nur ein kurzer musikalischer Akzent, sondern eines der prägenden Leitmotive des Films. Die Musik taucht wiederholt auf und verstärkt die Mischung aus Sehnsucht, Schwere und Untergangsstimmung.
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