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Vivarium

Ein beklemmendes Science-Fiction-Kammerspiel von Lorcan Finnegan: „Vivarium“ verbindet psychologischen Horror mit einer surrealen Parabel über Häuslichkeit, Anpassung und gesellschaftliche Erwartungen – kühl, präzise und zunehmend verstörend.

Jesse Eisenberg in Vivarium (Quelle: IMDB)

Genre: Science-Fiction, Thriller, Horror
Für Fans von: The Lobster, Cube, Under the Skin


Vivarium (2019)

Worum geht’s? Tom und Gemma stehen an einem Punkt im Leben, an dem vieles offen scheint: Die Beziehung ist stabil, die Zukunft jedoch noch unbestimmt. Als sie sich auf die Suche nach einem Eigenheim machen, geraten sie an einen ebenso höflichen wie sonderbaren Immobilienmakler, der ihnen eine neue Wohnsiedlung namens „Yonder“ zeigt. Was zunächst wie eine überzeichnete Version moderner Vorstadtsiedlungen wirkt – identische Häuser, makellose Vorgärten, pastellfarbener Himmel –, entpuppt sich schnell als albtraumhafte Falle. Nach der Besichtigung verschwinden sowohl der Makler als auch jeder erkennbare Weg zurück. Tom und Gemma sind gefangen in einer Umgebung, die sich jeder Logik entzieht: Straßen führen im Kreis, Häuser unterscheiden sich nur in ihrer Nummer, Zeit und Raum scheinen ihre gewohnten Regeln verloren zu haben. Nahrung taucht anonym vor der Haustür auf, Kommunikation mit der Außenwelt ist unmöglich.

Je länger das Paar in Yonder ausharrt, desto stärker wirkt der Ort wie ein Experiment – oder ein Terrarium, in dem menschliches Verhalten unter kontrollierten Bedingungen beobachtet wird. Die Beziehung zwischen Tom und Gemma wird auf eine harte Probe gestellt: Hoffnung, Resignation, Wut und Anpassung wechseln sich ab, während der Alltag zunehmend von Absurdität und psychischem Druck geprägt ist. „Vivarium“ erzählt dabei den langsamen Zerfall von Normalität, Identität und Beziehung in einer Umgebung, die bewusst künstlich und entmenschlicht wirkt.

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Bekannte Gesichter: Jesse Eisenberg (The Social Network, Zombieland, Fleishman Is in Trouble), Imogen Poots (Green Room, 28 Weeks Later, Outer Range), Jonathan Aris (Sherlock, Rogue One: A Star Wars Story, The End of the F***ing World)

Highlight: „Vivarium“ besticht vor allem durch seine konsequente Atmosphäre. Die sterile, fast klinische Ästhetik der Siedlung wirkt bewusst unrealistisch und erzeugt ein permanentes Gefühl von Unbehagen. Lorcan Finnegan inszeniert den Film wie ein soziologisches Gedankenexperiment: Themen wie Leistungsdruck, Rollenbilder, Familienideale und das Versprechen vom „perfekten Leben“ werden in eine surreale Horrorerzählung übersetzt. Besonders eindrücklich ist dabei das Zusammenspiel von Bildgestaltung, Sounddesign und Schauspiel, das den psychischen Ausnahmezustand der Figuren schleichend, aber nachhaltig erfahrbar macht.

Schon gewusst? Die visuelle Gestaltung von „Vivarium“ ist stark von den Gemälden René Magrittes inspiriert – insbesondere von dessen künstlich wirkenden Himmelmotiven und architektonischen Wiederholungen.


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