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Sirât

Ein Film wie ein Rauschzustand zwischen Ekstase und Abgrund: Oliver Laxe schickt in „Sirât“ eine Gruppe von Menschen auf eine existenzielle Reise durch karge Landschaften – irgendwo zwischen spiritueller Suche, Techno-Trance und existenzieller Grenzerfahrung.

Sirât (Quelle: Pandora)

Genre: Drama, Roadmovie, Arthouse
Für Fans von: Climax, Enter the Void, Aguirre, der Zorn Gottes

Awards: Nominierung für mehr als 100 Auszeichnungen, darunter je 2 Nominierungen bei den Oscars und bei den Golden Globes 2026 (u.a. Bester internationaler Film), Preis der Jury beim Filmfestivals von Cannes 2025 sowie 5 Auszeichnungen beim Europäischen Filmpreis 2026


Sirât (2025)

Worum geht’s? Im Mittelpunkt von „Sirât“ steht eine Reise, die anfangs noch ein klares Ziel hat, sich aber nach und nach in etwas viel Größeres und schwer Greifbares verwandelt. Ausgangspunkt ist ein Vater, der gemeinsam mit seinem Sohn durch die marokkanische Wüste reist – auf der Suche nach seiner verschwundenen Tochter. Sie soll sich einer Gruppe von Ravern angeschlossen haben, die fernab der Zivilisation illegale Techno-Partys veranstalten. Was zunächst wie ein klassisches Roadmovie beginnt, verschiebt sich schnell in etwas Rohes und Unberechenbares. Die Reise führt durch staubige, verlassene Gegenden und in improvisierte Gemeinschaften, die sich jenseits gesellschaftlicher Regeln bewegen. Die Menschen, denen die beiden begegnen, wirken wie Aussteiger, Getriebene oder Suchende – verbunden durch Musik, Drogen, Ekstase und eine diffuse Sehnsucht nach Sinn. Die Suche nach der Tochter wird zunehmend zur Suche nach Orientierung in einer Welt, die sich jeder klaren Struktur entzieht. Die Grenze zwischen Realität und tranceartigem Zustand verschwimmt. Die wummernden Beats der Raves wirken dabei nicht nur als Soundtrack, sondern als treibende Kraft – fast wie ein Herzschlag, der die Figuren durch diese unwirtliche Umgebung trägt.

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Bekannte Gesichter: Sergi López (Pans Labyrinth, Michael Kohlhaas, Kleine schmutzige Tricks). Der Film arbeitet darüber hinaus stark mit nicht-professionellen Darstellern, was zur dokumentarisch-rohen Wirkung beiträgt.

Highlight: Oliver Laxe inszeniert diese Reise nicht als lineare Handlung, sondern als Erfahrung: bruchstückhaft, intensiv und körperlich spürbar. Dialoge treten in den Hintergrund, Bilder und Atmosphäre übernehmen die Führung. Die Wüste wird zur Projektionsfläche für Verlust, Hoffnung und Auflösung. Immer wieder stellt sich die Frage, ob es hier noch um das Finden einer Person geht – oder längst um etwas viel Grundsätzlicheres: Orientierung in einer Welt ohne festen Halt.

Schon gewusst? Der Film arbeitet neben Hauptdarsteller Sergi López überwiegend mit nicht-professionellen Darstellern, darunter auch reale Mitglieder der Rave-Szene, die teilweise sich selbst spielen. Das verleiht „Sirât“ eine ungewöhnlich rohe und authentische Atmosphäre. Der Titel verweist auf den „Sirāt“, eine Brücke aus der islamischen Eschatologie zwischen Himmel und Hölle – ein Bild, das sich auch als Symbol für die existenzielle Grenzerfahrung der Figuren lesen lässt.


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