Sick of Myself
Was passiert, wenn Aufmerksamkeit zum wichtigsten Maßstab im Leben wird? „Sick of Myself“ erzählt mit bitterbösem Humor von Eifersucht, Selbstinszenierung und einer Frau, die für…
Ein Film, der verstört, provoziert und fasziniert: In „Elle“ erzählt Paul Verhoeven eine radikal ambivalente Geschichte über Macht, Kontrolle und weibliche Selbstbestimmung – getragen von einer außergewöhnlichen Isabelle Huppert.
(Quelle: © MFA+ Filmdistribution)
Genre: Psychothriller, Drama
Für Fans von: Basic Instinct, Blue Velvet, Das weiße Band
Awards: Golden Globe 2017 als „Beste Hauptdarstellerin“ (Isabelle Huppert) im Bereich Drama, César 2017 für den „Besten Film“ und die „Beste Hauptdarstellerin“.
Worum geht’s? Michèle Leblanc (Isabelle Huppert) führt ein scheinbar souveränes Leben. Sie ist Geschäftsführerin eines erfolgreichen Videospielstudios, bewegt sich selbstbewusst in einer von Machtspielen und Konkurrenz geprägten Arbeitswelt und hält auch ihr privates Umfeld mit ironischer Distanz auf Abstand. Als sie eines Abends in ihrem eigenen Haus brutal vergewaltigt wird, reagiert sie nicht so, wie es gesellschaftliche Erwartungen vorsehen würden. Sie erstattet keine Anzeige, sucht keine Hilfe – stattdessen versucht sie, die Kontrolle über das Geschehen zurückzugewinnen.
Der Film begleitet Michèle bei diesem Versuch der Selbstbehauptung. Dabei entfaltet sich nach und nach ein komplexes Geflecht aus Beziehungen: zur Mutter, die verzweifelt nach Aufmerksamkeit sucht, zum Ex-Mann, der noch immer präsent ist, zum Sohn, der sich in problematische Abhängigkeiten verstrickt, und zu den Männern in ihrem beruflichen wie privaten Umfeld, die Macht, Begehren und Gewalt jeweils auf eigene Weise ausleben.
WerStreamt.es?
Bekannte Gesichter: Isabelle Huppert (Die Klavierspielerin, Eine Frau mit berauschenden Talenten, 8 Frauen), Laurent Lafitte (Die Barbaren – Willkommen in der Bretagne, Der Schaum der Tage, Die purpurnen Flüsse), Anne Consigny (Van Gogh – An der Schwelle zur Ewigkeit, The Returned, Schmetterling und Taucherglocke), Charles Berling (Mascarade, Marie Curie, Eine unbequeme Wahrheit)
Highlight: Verhoeven interessiert sich weniger für klassische Opfer-Täter-Zuschreibungen als für psychologische Grauzonen. Michèles Reaktionen widersprechen einfachen Deutungen: Sie ist weder eindeutig Opfer noch klar handelnde Rächerin. Stattdessen bewegt sich „Elle“ konsequent in moralisch unsicherem Terrain. Der Film stellt unbequeme Fragen nach Autonomie, sexueller Macht und gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen – ohne sie eindeutig zu beantworten. Gerade diese Offenheit verleiht der Geschichte ihre nachhaltige Verstörungskraft.
Schon gewusst? Der Film basiert auf dem Roman „Oh…“ von Philippe Djian. Ursprünglich war eine englischsprachige Verfilmung geplant, letztlich entstand „Elle“ jedoch als französische Produktion.
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