Star Trek: Strange New Worlds
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Pawel Talankin wollte eigentlich nur unterrichten. Doch als der Krieg den Schulalltag verändert, wird seine Kamera zum Zeugnis eines Systems, das selbst Kinder ideologisch formen will.
(Quelle: MUBI)
Genre: Dokumentarfilm, Polit-Doku, Gesellschaftsdrama
Für Fans von: Nawalny – Gift hinterlässt immer eine Spur, Winter on Fire: Ukraine’s Fight for Freedom, 20 Tage in Mariupol
Awards: Sonderpreis der Jury beim Sundance Film Festival 2025, Oscar als Bester Dokumentarfilm 2026, BAFTA-Nominierung als Bester Dokumentarfilm
Worum geht’s? Pawel „Pascha“ Talankin lebt in Karabasch, einer abgelegenen Industriestadt im Ural, die vor allem für ihre massive Umweltverschmutzung bekannt ist. Er arbeitet an der Schule, die er selbst einst besucht hat – als Lehrer, Organisator und Videograf. Eigentlich liebt er seinen Beruf, seine Heimat und vor allem die Jugendlichen, mit denen er täglich arbeitet. Doch mit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verändert sich der Schulalltag radikal. Plötzlich treffen neue staatliche Vorgaben ein: patriotische Morgenappelle, Militärunterricht, nationale Symbole in jedem Klassenzimmer und Unterrichtseinheiten, die den Krieg ideologisch rechtfertigen sollen. Talankin bekommt die Aufgabe, all diese Veranstaltungen mit seiner Kamera festzuhalten – offiziell als Nachweis dafür, dass die Schule die neue patriotische Linie erfüllt. Was zunächst wie bürokratische Routine wirkt, entwickelt sich für ihn zu einem moralischen Konflikt. Denn während er filmt, beobachtet er, wie aus gewöhnlichem Unterricht Schritt für Schritt politische Indoktrination wird. Kinder lernen patriotische Lieder, Jugendliche werden auf militärische Rituale eingeschworen, Zweifel oder kritische Fragen verschwinden zunehmend aus dem Schulalltag. Im Laufe der Handlung wächst auch für Talankin selbst die Gefahr. Je mehr Material er sammelt, desto deutlicher wird, welches Risiko er eingeht. Aus einem stillen Beobachter wird ein Mann, der sich entscheiden muss, wie weit er gehen will – und was ihn seine Wahrheit kosten könnte.
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Highlight: Die größte Stärke von „Ein Nobody gegen Putin“ liegt in seiner Perspektive. Der Film zeigt den russischen Propagandaapparat nicht aus journalistischer Distanz, sondern mitten aus dem Inneren eines ganz normalen Schulbetriebs. Dadurch entsteht eine beklemmende Nähe, die viele politische Dokumentationen nicht erreichen. Besonders eindrucksvoll ist, wie beiläufig die Veränderungen zunächst wirken. Keine dramatischen Umstürze, keine großen Reden – stattdessen kleine neue Regeln, patriotische Veranstaltungen und immer stärker kontrollierte Inhalte. Genau diese schleichende Entwicklung macht den Film so verstörend.
Schon gewusst? Für die Aufnahmen nutzte Pawel Talankin vor allem seine offizielle Tätigkeit als Schulvideograf. Genau dadurch konnte er Szenen filmen, die Außenstehenden normalerweise verborgen geblieben wären. Nachdem die Situation für Talankin zunehmend gefährlich wurde, verließ er Russland 2024 mit Unterstützung des Filmteams und beantragte später Asyl in Europa.
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